WELTBILDER
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Die jüngsten Bilder Rosa Lachenmeiers zeigen alle das gleiche Satellitenbild der Erde. Deutlich ist eigentlich nur die arabische Halbinsel auszumachen. Konturen von Wolken und Erdteilen verbinden sich zu einer Struktur, die nicht mehr näher lesbar ist. Ein Satellitenbild ist Resultat einer Unzahl von Zerlegungs-, Vergrösserungs- resp. Verkleinerungs- und Montageverfahren. Rosa Lachenmeier reflektiert diesen Umstand in ihrer Bildkomposition. Das Satellitenbild ist in sechs Teilbilder zerlegt, welche als Schablonen auf sechs Siebe montiert sind. Durch diese sechs Bausteine rakelt sie mehrmals Farbe auf die Leinwand und über die zuvor auf die Leinwand geklebten Landkarten. Ihr Bild ist bewegt, was von der Mehrfachabbildung hervorgerufen wird und worin sich der vielfach wiederholte Abbildungsvorgang des immer gleichen Motives spiegelt. Die Abfolge, das Nebeneinander mehrerer Bilder gleichen Zuschnitts, das Verwischen der Konturen, die Repetition der gleichen Formgebilde suggerieren einen Zeitlauf, der das Resultat einer Addition gleicher Teile ein der Montage ähnliches Verfahren ist. Die Erdkugel scheint mehrfach vorhanden: ist es sie selbst oder ihr Echo?

Überschichtungen ähnlich gelagerter Prozesse sind in der digitalisierten Rasterung der Fotografie, in der Textur des Siebes und der Leinwand auszumachen. Diese Überschichtungen schieben das Auseinander-
klaffen unterschiedlicher Bildherstellungsprozesse wieder zusammen. Rosa Lachenmeier zeigt eine Reproduktion einer Reproduktion einer Reproduktion einer Reproduktion. Sie thematisiert die Kopie als Motor des wirtschaftlichen Tuns, ja des Wachstums, und entblösst die Kommunikations-Kultur als eine auf die elektronische Wiedergabe von Kopien fixierte. Dazu schafft sie Unikate.
Robert Schiess