CONTAINER

Bunten Städten gleich liegen Containergebirge meist im Ödland der Industriezonen oder in Hafenarealen. Die Farbe wirkt in dieser grauen Umgebung noch farbiger, und wie Häuser in den Städten tragen viele dieser farbig bemalten Kuben Reklameschriften. Ganze Namen, einzelne Buchstaben und Signete sind auf diesen Transporthilfen unserer Zeit zu sehen. Wie die Reklame an den Verkaufsgeschäften oder auf den Industriegebäuden zieren sie die zum Teil verbeulten, ramponierten Behälter.

Container enthalten mindestens Luft, meistens aber auch Waren. Sie beschützen ihren Inhalt und geben nichts Preis davon. Nichts ist zu sehen als die Hülle. Aufgebiegen, übereinandergestapelt formen sie Türme und ganze Komplexe, sie erscheinen so als modulare Architektur. Die gerillten Aussenwände sind stabil, absorbieren Stösse und Schläge, lassen aber auch an Holzverkleidungen denken, wie wenn da Balken an Balken gereiht wären.


Dieser farbigen Aussenwelt stellt Rosa Lachenmeier malerische Streifenstrukturen entgegen. Mit minimalen Eingriffen gelingt es ihr das geordnete Chaos der Bauten, die verschiedenen Farbfelder zu einer spannungsvollen Bildkomposition zu vereinen. Durch die malerische Überarbeitung verschmelzen Fotografie und Malerei zu einer seriellen Rhythmik. Das modulare Prinzip der Containerarchitektur wird in der variablen Hängung, der Kombination von Einzelteilen aufgegriffen.

Der Inhalt der Container ist unbekannt, wir müssen Mutmassungen treffen was sich darin befinden könnte. Ähnlich verhält es sich mit dieser Bildserie. Die Künstlerin deckt einzelne Teile zu, es entsteht “ihr Bild”. Als Projektionsraum für unsere Gedanken lässt sie den blauen Himmel offen, den Blick ins Weite.

Franz Mäder
Rosa Lachenmeier
CONTAINER


Dieses Heft erschien anlässlich der ART FRANKFURT vom 6. bis 10. Mai 2004 in der Edition Franz Mäder Galerie, Basel.

15 x 21 cm, 8 Seiten, farbige Abbildungen,
Text von Franz Mäder.

copyright für folgenden Text: Franz Mäder, Basel.