MOVEMENTS: KOMMEN UND GEHEN
Alles ist ständig in Bewegung bei Rosa Lachenmeier. Zuerst ist es die Künstlerin, die sich zu jenen Orten hinbewegt, wo ein einzig Hin und Her herrscht auf belebte Strassen, zu Bahnhöfen. Da fotografiert sie sich bewegende Menschen, das "Geschenk des Zufalls" in Anspruch nehmend, wie sie sagt, ohne Vor-Bild im Kopf. Danach, im Atelier, gilt es, die entstandenen Bilder in die ihr richtig und sinnhaft scheinende Ordnung zu bewegen. Und schliesslich ist erst einmal eine Bildkomposition auf die Leinwand gebracht bewegt sie Pinsel, Rolle, Bürste, Spachtel darüber, vertieft, überstreicht, erweitert, akzentuiert die Bewegungen auf den Fotografien durch ihre Malerei. Diese ist nicht bloss als Ergänzung zu den Fotos zu sehen, sondern als Manifestation einer künstlerischen Idee, die sich beim Fotografieren andeutet und hier, im Atelier, angesichts sämtlicher Bilder einer Serie verdichtet.
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Rosa Lachenmeiers Arbeiten können uns nicht zuletzt anregen, grundsätzlich über das Verhältnis von Malerei und Fotografie nachzdenken, über unsere Wahrnehmung angesichts einer von der Künstlerin vorangetriebenen Verschmelzung.
Patrick Marcolli, Basler Zeitung vom 8.Mai 2003

502 Never Resist, 120x90 cm, Fotografie und Acryl auf Leinwand, 2003